Der Arbeitsalltag in Pikpa! 🌸


Kalispera aus Griechenland!! 🌷

Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr seid gesund und munter!
Da ich ansonsten immer über besondere Anlässe, Ausflüge oder Feste berichte, wollte ich heute mal einen Eintrag über meinen Arbeitsalltag schreiben 😊 Viel Spaß beim Lesen :)

Die Arbeitswoche beginnt für uns EFDler in Pikpa nicht Montags, sondern Sonntags:
Da fahren wir nämlich um halb neun mit acht Kindern zur Reittherapie in Ekali, einem nördlichen Vorort von Athen. Dort warten wir und beschäftigen uns mit den Kids, während einer nach dem anderen eine halbe Stunde aufs Pferd darf. Dabei werden sie von einem dreiköpfigen Team der (Physio)therapeuten geführt, die verschiedene Übungen mit ihnen machen. Die Kinder, die an der Hippotherapie teilnehmen, sind meist mehrfach behindert und haben am wenigsten Aktivitäten unter der Woche in Pikpa. Sie verbringen die meiste Zeit im Bett, werden nicht stimuliert und gehen nicht zur Schule. Die sonntägliche Einheit auf dem Pferderücken ist daher für sie ein absolutes Highlight, sie kommen in Kontakt mit Tieren, verbessern ihre Haltung und sind außerdem den ganzen Vormittag mal draußen aus Pikpa und ihren Häusern. Wir Freiwilligen kümmern uns währenddessen um die anderen Kids, die gerade nicht an der Reihe sind, füttern sie, spielen, hören Musik oder gehen spazieren.🌼
Um ein Uhr machen wir uns dann wieder auf den Rückweg mit dem privaten Bus, sodass unser Arbeitstag um halb drei erledigt ist und wir den Nachmittag für uns haben. 😅

Montags geht´s dann erst um zehn los, wenn wir in Protos gehen, das "Erste" Haus, wo morgens zwei Jungs und drei Mädchen sind, die nicht zur Schule gehen. Von ihnen kann nur ein Junge laufen, die anderen Kids müssen wir erstmal zusammen mit dem "Transfermann" in die Rollstühle setzen, Jacken und Schuhe anziehen, bevor wir raus können. Meist unternehmen wir dann lange Spaziergänge innerhalb Pikpas, gehen in "Tritos", unser Activity Center, hören Musik, bereiten ihnen ein Frühstück zu oder sitzen einfach gemeinsam auf der Terasse. 😇🎵
Meistens bringen wir sie nach ein bis zwei Stunden wieder nach Hause, um andere Kinder aus "Defteros", dem "Zweiten" Haus, abzuholen. Dort sind es sogar zehn Kinder morgens, die keine Schule haben. Auch hier heißt es meist erstmal "Pame Volta!" ("Lass uns spazieren gehen!"). Da die Kinder ganz unterschiedliche Behinderungen haben, sind auch die Aktivitäten unterschiedlich. Mit einem Jungen kann man sich zum Beispiel unterhalten und scherzen (soweit es unser Griechisch zulässt 😅 ), weil er alles versteht und mit "Ja" und "Nein" antworten kann. Er spielt auch gerne auf dem Keyboard oder malt mit etwas Hilfe Bilder oder Karten 🎹🎨. Ein anderer, der laufen kann, hört liebend gerne laute Musik und tanzt dazu. Mit anderen Kindern wiederum beschäftigen wir uns eher ruhig, lesen ihnen vor, nehmen sie aus den Rollstühlen raus und hören entspannende Musik. 🎶
Um eins bringen wir alle wieder nach Hause und nach dem Mittagessen kommt um halb zwei dann auch schon Maria, unsere Griechisch Lehrerin. Mit ihr haben wir jeden Montag eineinhalb Stunden Unterricht, was uns allen viel Spaß macht.
Danach haben wir erstmal unsere lange Mittagspause, bis um vier oder fünf.  😴
Nachmittags ist der Arbeitsplan nämlich super flexibel, zweimal die Woche, meist Montag und Donnerstag, arbeiten wir zwei Stunden, an den anderen beiden Tagen drei Stunden. Auch als Aktivitäten können wir uns jeden Tag aussuchen, was wir machen wollen. Manchmal malen oder basteln wir, manchmal machen wir ein Puzzle, spielen UNO, ein ander mal kochen wir etwas oder backen einen Kuchen, wenn jemand Geburtstag oder Namenstag hat.
 Jetzt, da das Wetter wieder schön ist und es lange hell ist, machen wir auch viel draußen, gehen Ball spielen, sind auf der Terrasse oder dem Spielplatz. 🌞🌻
Natürlich können wir aber nicht mit allen 70 Kindern in Pikpa regelmäßig Aktivitäten machen. Deshalb versuchen wir, die Kinder abzuholen, die Nachmittags sonst weniger rauskommen. Das können Kids oder Teenager aus Protos, Defteros sein, einige von den jüngeren Kindern oder Teenies aus "Tetartos", die geistig relativ fit sind, oder die Kleinsten aus "Seirinio". Viele des Kids gehen morgens zwar in den Kindergarten oder die Schule in Pikpa, viele auch in Schulen außerhalb. Danach  machen sie aber nur Mittagsschlaf und Nachmittags kommen sie nicht besonders viel raus, besonders, wenn sie im Rollstuhl sind.
Zweimal die Woche gebe ich außerdem zwei der älteren Jungs Englisch Unterricht, um ihnen die Möglichkeit zu bieten, zumindest die Basics dieser so wichtigen Sprache zu lernen.
Außerdem machen wir natürlich Ausflüge, "Outings" außerhalb Pikpas: entweder morgens für einen langen Spaziergang in Glyfada oder ans Meer, Donnerstags geht es sowieso immer zum Laiki, dem Gemüsemarkt. Oder aber nachmittags, mit ein paar Mädels einen Kaffee trinken, im Souvlaki Restaurant Essen gehen, ... 😉
Wenn also nicht gerade Ferien, Feiern oder Urlaube anstehen, sieht so unsere normale Arbeitswoche von Sonntag bis Donnerstag aus, Freitag und Samstag haben wir "Wochenende". 😊

Nächste Woche zum Beispiel steht schon der nächste Kurztrip an, diesmal fahre ich mit Marina und Cristina für drei Tage nach Meteora, wo es beeindruckende alte Kloster an Felshängen zu sehen gibt. Direkt danach fahre ich nach Thessaloniki, wo ich (stellt euch vor!!!) mein Mid-Term Training habe, also ein viertägiges Seminar mit anderen EFD Freiwilligen aus ganz Griechenland... besser spät als nie ;) Ich werde euch berichten....
Bis dahin, Ta Leme!

Eure Julia <3

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Youth Exchange auf Korfu

To travel (slowly) is to live - Interrail Reise nach Griechenland

Spetses