Meine erlebnisreiche erste (Arbeits)woche :)


Kalispera!

eine spannende erste Woche voller neuer Begegnungen und Erfahrungen liegt schon hinter mir, so viele Erlebnisse, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll 😅...also mal der Reihe nach: 

Am Montag Morgen sollte um zehn Uhr unser erster Arbeitstag bzw. unser Training beginnen...am Ende war´s dann elf, bis wir alle in Tritos (Gebäude von Tandem, also der NGO) versammelt waren. (Das ist eine der ersten Sachen, die wir festgestellt haben: Pünktlichkeit hat hier nicht annähernd den selben Stellenwert wie z.B. in Deutschland oder Frankreich :D. Das Motto für alles hier ist stattdessen: Sigha, sigha...langsam, langsam, alles der Reihe nach...)
Naja, als unser Koordinator dann aufgetaucht ist und eine weitere halbe Stunde wegen technischer Komplikationen vergangen war, haben wir eine kurze Doku geschaut und uns anschließend darüber unterhalten. Evagelia und Matt haben uns dann einige nützliche Dinge über die Arbeit mit den Kindern hier in Pikpa erklärt und gezeigt, bis es dann etwa um zwei auch schon Zeit für unsere laange Mittagspause war. Um fünf trafen wir uns wieder mit Evagelia und machten einen Rundgang durch die vier Gebäude, in denen die Kinder leben: Protos, Thefteros, Tetartos, Sirinio. Schon diese vier Häusernamen kann ich mir nach einer Woche immer noch nicht merken, geschweige denn die Namen der Kinder, die wir daraufhin alle kennengelernt haben...Drei Stunden und dutzende "Jassu XY, me lene Julia, ti kanis?" später ("Hallo, ich heiße Julia, wie geht´s?") waren wir dann allen Kindern und Pfleger/innen vorgestellt. 
Die Umstände in den Häusern zu sehen (viele Kinder auf wenig Platz, schlechte Ausstattung, unterbesetztes Personal etc.) war erstmal ganz schön viel für uns Freiwillige, die aus Deutschland, Frankreich und Spanien natürlich anderes gewohnt sind. Wenn man allerdings sieht, wie gut die Kinder trotzdem drauf sind und dass sich alle, besonders die Leute von Tandem engagieren, gibt einem das doch jede Menge Hoffnung, dass sich die Zustände langsam, aber sicher verbessern werden. 
Später abends habe ich noch lange mit meinen Freundinnen geskypt und bin dann ins Bett gegangen😴.

Am nächsten Morgen waren wir mit vier von den etwas mehr als zehn Kindern, die morgens nicht in die Schule gehen, lange spazieren und haben das sonnige Wetter genossen.
Meine Mittagspause habe ich dann am Strand von Pikpa verbracht und war das erste (und bis jetzt einzige) Mal im Meer schwimmen, welches noch eine sehr angenehme Temperatur hat. Nur sollte man eigentlich im Moment hier in der Gegend nicht schwimmen gehen, da vor einigen Wochen ein Öltanker vor der Küste Athens verunglückt ist. Man sieht zwar nichts mehr davon, aber Evagelia hat uns davon abgeraten, oft und lange schwimmen zu gehen. 

Unser Abendprogramm bestand dann aus Spielplatz und Ballspielen auf dem Basketballfeld mit den aktiveren Kids, was zwar anstrengend, vor allem aber sehr lustig war und uns allen viel Spaß gemacht hat😊.

Der Mittwoch verlief dann ähnlich, am Vormittag waren wir kurz spazieren und dann in Tritos, wo wir einen Raum mit Matratzen, Decken und Musik ausgestattet hatten und die Kinder sich entspannen konnten. Abends standen wieder verschiedene Ballspiele mit einer anderen Gruppe als am Tag zuvor auf dem Plan und danach unsere erste Griechisch Stunde😀. Diese läuft über ein Online Programm, was von Erasmus zur Verfügung gestellt wird, aber absolut nicht für Anfänger, wie wir es sind, geeignet ist 😂 Die griechische Schrift zu beherrschen ist die mindeste Voraussetzung, damit man versteht was von einem gewollt wird... denn warum sollte man auch die Arbeitsanweisungen oder die Vokabeln in Englisch erklären?!😅 Matt und Maria, unsere "Lehrer" hatten also sehr viel Spaß, uns allen einzeln zu übersetzen, was gerade verlangt wird, weil natürlich jeder in seinem Tempo die Aufgaben bearbeitete... Danach waren wir auf jeden Fall alle einer Meinung: we finally have to start studying Greek! Aber bitte von vorne und jeder für sich😅

Am nächsten Morgen stand dann der Markt ("laiki") an. Wir vier, Matt und zwei der Jungs, die im Rollstuhl sitzen, machten uns also auf den (eher beschwerlichen) Weg - die Gehwege sind alles andere als rollstuhlgerecht; wenn es Rampen gibt, sind sie zugeparkt, und der Verkehr hier ist sowieso der reinste Wahnsinn. Dass die Reifen der Rollstühle platt sind und diese auch sonst nicht vom modernsten Modell sind, macht das Ganze nicht gerade einfacher😅 Im Zentrum von Glyfada angekommen, entdeckten wir rund um die Kirche alle erdenklichen Stände: Obst, Gemüse, Fisch, Kleidung, Küchenutensilien, Blumen und vieles mehr findet man dort für sehr erschwingliche Preise. Ich habe leider keine Bilder gemacht, aber hier findet ihr einen schönen Artikel mit Bildern, falls es euch interessiert:)
Mit unseren mangelnden griechisch Kenntnissen und 40 € in der Tasche machten wir uns dann daran, unsere Obst und Gemüsevorräte für die kommende Woche einzukaufen. Am Ende hatten wir dann ziemlich alles, was wir wollten (nur Zucchinis konnten wir nirgends finden...) und waren mit gefühlt 20 Plastiktüten bepackt (hier wird alles, wirklich ALLES einzeln in eine Plastiktüte gepackt 😒). Für den Rückweg nahmen wir dann aber die Tram, sodass wir um eins wieder in Pikpa waren. 
Diesmal gab es für Christina, Marina und mich jedoch erstmal keine Siesta, da der restliche Einkauf im Supermarkt erledigt werden musste. Matt fuhr uns zwar mit dem Auto hin, wofür wir erst sehr dankbar waren, jedoch entdeckten wir kurze Zeit später, dass dies nicht der Supermarkt war, den wir vom letzten Mal kannten. Wir befanden uns also am anderen Ende von Glyfada, hatten keine Ahnung wie wir zurückkommen sollten und waren vollends verwirrt😂....mithilfe von Google Maps und Anleitungen über Whatsapp fanden wir dann aber zurück, nachdem wir unseren Großeinkauf getätigt hatten. Und zum Glück hat auch dieser Supermarkt den Service, sich den Einkauf (eingepackt in weiteren hundert Plastiktüten) liefern zu lassen.
Am Abend hatten wir dann eine weitaus angenehmere zweite Griechisch-Stunde, da unsere Daskaloi (Lehrer), zwei Jungs, die in Pikpa leben, uns die Farben auf griechisch beibrachten.

Den nächste Tag hatten wir frei, was wir für einen gründlichen Hausputz nutzten. Den ganzen Morgen wurde gewischt, gesaut und aufgeräumt, sodass sich unser Haus so langsam sehen lassen kann. 




Nach dem Mittagessen und langer Siesta machten wir uns abends auf den Weg nach Athen. Dabei begleitete uns Danielle, eine Frau aus der Schweiz, die vor über zehn Jahren Freiwillige in Pikpa war und gerade in Athen Urlaub macht. Sie zeigte uns einige schöne Plätze in Athen, was bei Nacht nochmal beeindruckender ist als am Tag (siehe Bilder :). Danach sind wir zu einer Bar in der Nähe des Syntagma Platzes gelaufen, wo wir uns mit Matt trafen und noch lange draußen saßen, bis wir dann mit der letzten Tram wieder nach Glyfada fuhren, was eine knappe Stunde dauert.



Den Samstag ließen wir seehr entspannt angehen, mit etwas Griechisch lernen, Mittagessen, Spazieren zum Strand und abends nach Glyfada, bevor ich relativ früh ins Bett ging, da wir heute, am Sonntag schon (verhältnismäßig) früh raus mussten. Wir trafen uns um halb neun, holten acht Kinder aus verschiedenen Häusern ab, um mit dem Bus ca. eine dreiviertel Stunde ins nördliche Attica zu fahren, wo jede Woche eine Reittherapie stattfindet. Während die Kinder einzeln von den dortigen Mitarbeitern auf den Pferden geführt wurden, beschäftigten wir uns mit den anderen. Heute Morgen war es jedoch ziemlich windig und kalt, worauf wir nicht wirklich vorbereitet waren, da T-Shirt und dünne Jacke während der letzten Woche vollkommen ausgereicht hatten 😅. 


Jetzt sind wir wieder zuhause, am Entspannen, Griechisch lernen, oder in meinem Fall Blog schreiben.
Ich hoffe euch geht es allen gut und bis bald!
Eure Julia😘
PS: lasst gerne auch ein Kommentar da, ob euch der Post gefallen hat und was euch sonst noch so interessieren würde, sonst gehen mir die Ideen für neue Posts aus :D

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